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Wohnen mit Farben

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Wir alle wohnen mit Farben, mehr oder weniger, doch jeder Mensch nimmt Farbe auf ganz individuell Weise wahr. Unser Sehvermögen ist außerordentlich komplex und differenziert, denn die Farbwahrnehmung wird durch viele äußere Faktoren wie Beleuchtung, Hintergrundfarben und Oberflächenstruktur beeinflusst.

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Jeder Raum kann durch Farbe grundlegend verändert werden

Farbe kann jeden Raum eines Hauses grundlegend verändern. Die heute verfügbaren Farben bieten fast unbegrenzte Möglichkeiten, Wohnraum durch geschickten Farbeinsatz umzugestalten. Helle und weiße Farbtöne können einem Raum Frische verleihen und den Eindruck von luftiger Weite schaffen. Kräftige Farben, wie Rubinrot oder Smaragdgrün, wirken intensiver und vermitteln ein Gefühl von Intimität und Behaglichkeit.

Wohnen mit Farben ist eine wunderbare Sache, leider nur können wir die Farbe unserer Wände nicht so oft wechseln wie unsere Kleidung, sie will also wohl überlegt sein.

Die Theorie der Farben vereinfacht das Wohnen mit Farben

Bevor ich im späteren Verlauf ein paar Anregungen und Ideen zu Farbzusammenstellungen gebe, beginne ich, zum besseren Verständnis, mit einem kleinen Exkurs in die Theorie der Farben.

Isaac Newton erklärte den Ursprung der Farben im Licht. Er fand heraus, dass sich dass Licht aus mehreren Farben zusammensetzt. Bei der Brechung des Lichts durch ein Prisma entdeckte Newton die sieben Regenbogen – oder Spektralfarben: Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo und Violett. Newtons Grundsätze sind bis heute gültig.

Thomas Young entwickelte Newtons Studien weiter und erkannte, dass nur drei der Regenbogenfarben – Rot, Grün und Blau – im weißen Licht enthalten sind. Man nennt sie Primärfarben. Bezugnehmend auf die Dreifarbentheorie (entwickelt von H.von Helmholtz, aufbauend auf Youngs Erkentnisse) nehmen wir Farben über Sehzellen wahr, die für Rot, Grün und Blau empfindlich sind. Das auf der Netzhaut wahrgenommene Licht wird dann vom Gehirn zu einem komplexen Farbeindruck verarbeitet.

 Der Farbkreis nach Hering

In diesem Farbkreis taucht auch Gelb als vierte Primärfarbe auf. Hering glaubte, seine Farbtafel könne besser erklären, wie Menschen Farben wahrnehmen. Er argumentierte, Gelb müsse eine Primärfarbe sein, denn es werde vom Auge als eigenständige Farbe wahrgenommen, so wie Rot, Grün und Blau. Er bezog auch Schwarz und Weiß als Primärfarben mit ein. Herning beschrieb seine Farbordnung als „das System der natürlichen Farbwahrnehmung“. Auf seine Vorgaben baut das moderne Nautral Color System (NCS) auf, das heute weltweit ein wichtiges Farbreferenzsystem ist.

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Harmonische Farben

Die vier Primärfarben sind Rot, Blau, Grün und Gelb. Durch Mischung entstehen daraus die Sekundärfarben Violett, Türkis, Orange und Hellgrün. Unschwer ist zu erkennen, dass die im Farbkreis nebeneinander liegenden Farben miteinander harmonieren.

Komplementärfarben

Farben, die sich im Farbkreis gegenüberliegen, werden als Komplementärfarben bezeichnet. Diese Farben bilden einen starken Kontrast zueinander. Ihre Farbintensität ist gleich stark. Komplementärfarben werden in einem Farbkonzept nicht häufig nebeneinander verwandt – geschickt eingesetzt können sie aber sehr effektvoll sein.

Regeln sind oft hilfreich, doch manchmal muss man sie auch brechen.Wir alle werden von Trends beeinflusst, sollten dabei aber eins bedenken: die Farben in Euren Wohnräumen müssen Euch und Euren Mitbewohnern/Familienmitgliedern gefallen, denn Euer Wohnen mit Farben muss sich angenehm und gut anfühlen.

Vergesst Eure persönlichen Vorlieben und Ideen nicht. Wenn Ihr kräftige Farben mögt, dann greift ruhig mutig in den Farbtopf. Die Kenntnis des Farbkreises kann Euch bei der Abstimmung der Farbtöne und ihrer Intensität helfen.

Einfache Regeln zur Farbharmonie

Rottöne harmonieren gut miteinander, ebenso verschiedene Rosatöne. Eine Kombination aus Rot und Rosa kann sehr gut zu einem üppig gestalteten Wohnzimmer passen.

Sanftes Orange wirkt angenehm wärmend, dunkles Orange muss vorsichtig dosiert werden.

Braun passt gut zu Orange. Türkis und kühle Grautöne sind gute Komplementärfarben zu Orange.

Gelb verträgt sich bestens mit Grün und Orange. Die Komplementärfarben Blau und Gelb sind eine klassische Kombination für ein frisches, heiteres Design.

Grün wird häufig als neutrale Farbe zum Ausbalancieren eines Raumes genutzt. Dezente Grüntöne wie Salbeigrün passen zu fast jeder anderen Farbe.

Alle Blautöne harmonieren miteinander, ebenso alle Grüntöne. Auch Grün und Blau vertragen sich gut – als zartes Himmelblau mit blassem Hellgrün oder als intensives Tintenblau mit Pfauengrün.

Violetttöne können gut zusammen passen, haben aber oft eine erdrückende Wirkung. Auch Grün und Violett sehen sehr gut zusammen aus. Bläuliche Violettnuancen passen zu Blautönen, rötliches Violett zu weichen Rosatönen.

Grautöne und neutrale Farben lassen sich gut zu einem klassisch unaufdringlichen Hintergrund kombinieren. Diese Farbpaletten  sind nach wie vor populär. Fast jede Farbe kann mit neutralen oder grauen Farben gemischt werden, um ungewöhnliche, überraschende Effekte zu erzielen.

Stimmungsaufheller

Rosa ist lustig, lebhaft, positiv und feminin. Rot ist leidenschaftlich, kühn und sinnlich. Orange fördert die Kreativität und verströmt Wärme und Gemütlichkeit. Gelb ist einladend und sonnig. Intensive Gelbtöne sollen die Gehirnwindungen anregen. Grün steht für die Natur, es ist gleichermaßen beruhigend und anregend, wirkt erholsam und ausgleichend. Blau wird mit Himmel und Wasser assoziert. Es begünstigt klares Denken und schafft eine ruhige, meditative Umgebung.

Was man bedenken sollte, bevor man einem Raum Farbe verleiht

  • Wofür wird der Raum genutzt?
  • Wer nutzt ihn am häufigsten?
  • Zu welcher Tageszeit wird der Raum meistens genutzt?
  • Welche architektonischen Merkmale prägen den Raum?
  • Wie viel Tageslicht fällt in den Raum?
  • Welche großen Möbelstücke stehen – jetzt oder später – in dem Raum?
  • Welche Farben dominieren in den direkt angrenzenden Räumen?

Meine bevorzugten Farbkombinationen

 

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Hier finden sich die Farben der Dämmerung und Abendsonne. Wenn die Sonne untergeht, taucht sie ihre Umgebung in ein einzigartiges Zwielicht. Es wirft Schatten in den Raum und reflektiert ungewöhnliche Farben. Mit Cremegrau und warmen Rosatönen kann man diesen schönen Moment einfangen. Cremegrau, eine gefällige weiche Nuance, wird von rosafarbenen Tönen und auffälligem Orange ausbalanciert. Taubengrau (der oberste Farbton der großen Rechtecke) würde sich für ein weiches Samt – oder Wildledersofa  eignen. Dazu können Kissen in Rosa – und Orangetönen dekoriert werden. Orangefarbene Glaslampen an den Wänden reflektieren das Licht und wärmen noch nach Sonnenuntergang.

 

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Auf diesem Bild stellt geheimnisvolles Hyazinthenblau die Wandfarbe (auf dem Foto erscheint die Farbe leider fast grau) und nimmt den Betrachter mit auf eine spirituelle Reise. Blau die Farbe des Ozeans und des Sommerhimmels, belebt den Geist und spendet Energie. Es repräsentiert Weite und Freiheit und wirkt beruhigend und entspannend. Blau und – Grüntöne, die Farbe natürlicher Landschaften, eignen sich gut für Interieurs. Gut dosiertes Licht schafft Behaglichkeit. Dunkle Grüntöne passen gut zu Fussböden oder Vorhängen. Für dieses Farbthema würde ich niedrige Sitzmöbel und kuschelige Teppiche wählen. Das Ultramarienblau bietet sich für den Wohnaccessoirebereich, wie Seidenkissen oder weiche, flauschige Plaids an.

 

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Grün soll eine meditative Stimmung auslösen. Diese gedämpften, leicht grauen Töne sind ideal, um eine ruhige Atmosphäre zu schaffen. Avocadogrün (Hintergrundfarbe) sorgt im Schlafzimmer für einen erholsamen, tiefen Schlaf. Kühle und graue Blautöne eignen sich für Lasuren auf Schränken oder Konsoltischen. Ein Holzfußboden eignet sich ebenfalls für diese Farbgebung. Mit blassem Mintgrün kommt eine frisch Farbe ins Spiel, ideal für Vorhänge, Bezüge oder Accessoires wie Vasen, Gefäße oder Dosen.

 

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Diese Neutraltöne bilden ein raffiniertes Farbkonzept, weiche Töne, grauer Flechten (Hintergrundfarbe), kombiniert mit Grün und Rosa, erzeugen ein sanftes Leuchten, das sich bei natürlichem und künstlichem Licht verändert.

Salbeigrün ist eine angenheme Wohnfarbe: natürlich, gefällig und beruhigend. Eignet sich für Holzböden oder Küchen -und Badezimmerschränke. Auch bei einem eleganten Teppich im Schlaf -oder Wohnzimmer kommt es gut zur Geltung.

Wiesengrün ist ziemlich hell und passt zu Holzelementen oder bodenlangen Vorhängen. Limonenweiß bringt Licht ins Zimmer. Als Decken -und Bodenfarbe reflektiert es das Licht.

Das Rosa wirkt wie ein zarter Hauch und es genügt schon Blumen oder blühende Äste in dieser Farbe im Raum zu arrangieren.

Nun hoffe ich, das Euch mein kleiner Ausflug in die Welt der Farben inspiriert hat und Ihr vielleicht Lust bekommen habt mit Farben in den eigenen vier Wänden zu experimentieren. An dieser Stelle freue ich mich, wie immer, über Kommentare, Anregungen und Tipps und verbleibe mit

herzlichen Grüßen

Cathrin

 

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2 Comments

  1. Cialis
    1 Jahr ago

    Danke, dass ist wirklich ein toller Artikel.

    Reply
    1. Cathrin
      1 Jahr ago

      Oh, vielen Dank, dass freut mich zu hören.

      Beste Grüße
      Cathrin

      Reply

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